In meiner Kolumne geht es diesmal um den Angriff der Bundesregierung auf den Acht-Stunden-Tag. Die internationale Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung hat für diese Forderung seit etwa 1830 gekämpft. In Deutschland wurde der Acht-Stunden-Tag nach der Revolution von 1918 im Arbeitszeitgesetz verankert. Nun soll die tägliche Arbeitszeitbegrenzung durch eine wöchentliche ersetzt werden. Das Ziel: Noch mehr Flexibilität für Unternehmen in der Arbeitszeitgestaltung (und vor allem: Abkehr von der gesetzlichen Ruhepause von 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen). Mit Arbeitszeit, die zum Leben passt, hat das nichts zu tun – im Gegenteil. »Mit Macht für die Acht« wollen die Gewerkschaften eintreten und kündigen einen heißen Herbst an. Das betonte Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall, auch am 27. Juni beim Symposium zu Ehren von Hans-Jürgen Urban, der aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Gewerkschaft ausscheidet. Hoffen wir, dass der gewerkschaftliche Protest möglichst stark ausfällt – und dass wir dann endlich wieder darüber reden können, wie wir in punkto Arbeitszeit über die Abwehr von Verschlechterungen hinauskommen. Was ich darüber denke, ist hier nachzulesen.