ND-Kolumne: Acht-Stunden-Tag

nd – Journalismus von linksIn meiner Kolumne geht es diesmal um den Angriff der Bundesregierung auf den Acht-Stunden-Tag. Die internationale Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung hat für diese Forderung seit etwa 1830 gekämpft. In Deutschland wurde der Acht-Stunden-Tag nach der Revolution von 1918 im Arbeitszeitgesetz verankert. Nun soll die tägliche Arbeitszeitbegrenzung durch eine wöchentliche ersetzt werden. Das Ziel: Noch mehr Flexibilität für Unternehmen in der Arbeitszeitgestaltung (und vor allem: Abkehr von der gesetzlichen Ruhepause von 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen). Mit Arbeitszeit, die zum Leben passt, hat das nichts zu tun – im Gegenteil. »Mit Macht für die Acht« wollen die Gewerkschaften eintreten und kündigen einen heißen Herbst an. Das betonte Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall, auch am 27. Juni beim Symposium zu Ehren von Hans-Jürgen Urban, der aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Gewerkschaft ausscheidet. Hoffen wir, dass der gewerkschaftliche Protest möglichst stark ausfällt – und dass wir dann endlich wieder darüber reden können, wie wir in punkto Arbeitszeit über die Abwehr von Verschlechterungen hinauskommen. Was ich darüber denke, ist hier nachzulesen.

Rezension von Bettina Kohlrausch

In den aktuellen WSI-Mitteilungen 3/2026 ist eine sehr lesenswerte Rezension von Bettina Kohlrausch, Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, zu »Klassengesellschaft akut« erschienen. Zurecht merkt sie an, dass es gut wäre, auch neueste Formen prekärer Beschäftigung (etwa in der Plattformökonomie) zu berücksichtigen, und dass die Umsetzungschancen für die konkreten politischen Forderungen, die ich formuliere, derzeit nicht gut sind. »Wenn es gelingt, die von der Autorin identifizierten Solidaritätspotenziale zu mobilisieren, könnte sich das in Zukunft jedoch ändern«. So endet die Rezension, und damit ist auf den Punkt gebracht, welchen Blick auf aktuelle Verhältnisse ich für notwendig halte. Danke dafür!

ND-Kolumne: Immer diese Arbeiter

Neues DeutschlandIn meiner Kolumne beim »Neuen Deutschland« beschäftige ich mich diesmal mit der Frage, was eigentlich dran ist an dem Raunen, dass die AfD inzwischen zu einer neuen Arbeiterpartei geworden sei. Sie findet sich hier.

Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, sollte einen Blick in das aktuelle Heft 146 der »Z. Zeitschrift marxistische Erneuerung« werfen, das sich der Frage widmet, was unter »Faschismus reloaded?« zu verstehen ist. Richard Detje und ich haben dazu einen Text beigesteuert, in dem wir die These der »neuen Arbeiterpartei« von verschiedenen Seiten betrachten – und verwerfen.