Interview bei NDR Kultur und Lesung
im Literaturhaus Hannover mit Sebastian Friedrich

NDRAm 21. September habe ich in Hannover Sebastian Friedrich getroffen. Zuerst haben wir ein spannendes Gespräch über mein Buch geführt, in dem es unter anderem um die Frage ging, warum das Erstarken der politischen Rechten mit Arbeit und mit Klassenfragen zu tun hat – ein Thema, das Sebastian Friedrich in seiner journalistischen Arbeit seit langem beschäftigt. Das Gespräch wurde am Sonntag, den 26. September, bei NDR Kultur gesendet und findet sich in der NDR-Mediathek.

Am Abend fand dann eine Lesung zu »Klassengesellschaft akut« im Literaturhaus Hannover statt, die ebenfalls Sebastian Friedrich moderierte. Eine gut besuchte Veranstaltung in der Reihe »Klartext«, mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen, deren Fragen und Überlegungen offenkundig viel mit ihren eigenen Erfahrungen in Gewerkschaft, Betrieb und politischen Parteien zu tun hatten. Ein wirklich gelungener Abend – danke für die Einladung an Kathrin Dittmer und Elina Schefler!

Erstes Medienecho zu »Klassengesellschaft akut«
Interviews bei DLF und WDR 5 sowie der Podcast »Einmischen!«

Klassengesellschaft akutDas Buch »Klassengesellschaft akut« hat schon kurz nach seinem Erscheinen ein breites Echo in den Medien ausgelöst. In einem sehr interessanten Gespräch mit Susanne Führer von Deutschlandfunk Kultur ging es nicht zuletzt um die Frage, welche guten Gründe es aktuell für eine solidarische Politik der Arbeit gibt. Es wurde am Nachmittag des 13. September 2025 bei Deutschlandfunk Kultur gesendet und ist inzwischen über die Mediathek abrufbar.

Auch im »Einmischen!«-Podcast von Jenny Günther geht es in Sachen Zeitdiagnose hoch her. Der Kollegin ist ihre Empörung über die Zustände in der Arbeitswelt deutlich anzumerken. Sie betont in ihrem Kommentar zur Episode vom 22. September 2025, »wie wichtig in der aktuellen Zeit es ist in Deutschland zu erkennen, dass es hier einen Klassenkampf gibt«.

»Neugier genügt« hieß es am 19. September 2025 bei WDR 5. Das Thema: »Warum Lohnarbeit spaltet« – und wie es anders gehen kann. Knapp 30 Minuten im Live-Gespräch mit Julia Schöning boten jede Menge Gelegenheit, auf die verschiedenen Dimensionen dieses Problems einzugehen.

Neuerscheinung

Klassengesellschaft akutAm 18. September 2025 war es endlich soweit: Mein neues Buch »Klassengesellschaft akut« ist beim C.H.Beck-Verlag erschienen. Darin argumentiere ich, dass Lohnarbeit im Kapitalismus in allererster Linie spaltend wirkt, denn dieses System beruht auf Unterschiedlichkeit und Konkurrenz. Nicht nur Unternehmen konkurrieren ständig miteinander – auch arbeitende Menschen verschiedenen Geschlechts und Alters, mit und ohne Migrationsgeschichte, mit unterschiedlichen Qualifikationen und Erfahrungen müssen stetig gegeneinander antreten: dabei geht es um Jobs, Beförderung, das nächste interessante Projekt, Lebenschancen. Die Unterschiede zwischen ihnen werden durch die Politik von Unternehmen und Staat oft noch verstärkt – etwa wenn die rechtlichen Möglichkeiten für Leiharbeit, Befristung oder »Minijob« durch Regierungen erweitert werden und Betriebe dies für den Aufbau prekärer Randbelegschaften nutzen. Wie kann unter diesen Bedingungen eine solidarische Politik der Arbeit aussehen, die Beschäftigte verbindet, statt die Spaltung zwischen ihnen immer weiter zu vertiefen? Meine Überlegungen dazu sind hier nachzulesen.

Mein wissenschaftlich-politisches Plädoyer (mit diesen Worten endet das Buch): »Seien wir realistisch! Untersuchen wir die Strukturen der Klassengesellschaft, ihre Fundamente und Sollbruchstellen so genau wie möglich. Machen wir uns keine Illusionen über die widersprüchlichen sozialen Beziehungen, die auf dieser Grundlage entstehen. Und analysieren wir schonungslos, wie sich das in den Köpfen von Menschen niederschlägt. Versuchen wir das (scheinbar) Unmögliche. Denken wir ohne Schere im Kopf über den Status Quo hinaus – und konkretisieren wir unsere Vorstellungen davon, wie Arbeit, soziale Sicherheit und Demokratie in Wirtschaft und Gesellschaft aussehen sollen. Sorgen wir dafür, dass sich das »Wir« der Lohnabhängigen erweitert – dass aus Potenzialen der Solidarisierung tatsächlich Solidarität wird. Tun wir gemeinsam Schritt für Schritt hin zu einer besseren Gesellschaft.«