Autor: Mayer-Ahuja
ND-Kolumne: Ungerechtigkeit in Deutschland
Meine neue Kolumne im »Neuen Deutschland« trägt den Titel: »Ungerechtigkeit in Deutschland – Raum für solidarische Politik«. Ich weise darin zum Beispiel auf die bemerkenswerte Tatsache hin, dass weder die monatelange Hetze gegen Bezieher und Bedienerinnen von Bürgergeld noch die regierungsamtlichen Gewaltphantasien in Bezug auf Migration sich nennenswert in den neuesten Befundes des Deutschland-Trends niederschlagen. Über 60 Prozent der Befragten meinen, in Deutschland gehe es eher ungerecht zu, und die mit Abstand meistgenannte Ungerechtigkeit ist die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Wer das nachlesen will, findet die Kolumne hier.
Mitschnitt der Diskussion im Club Voltaire
Am 26. Februar habe ich im Club Voltaire in Frankfurt am Main mit Michael Erhardt, dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Frankfurt, über mein Buch gesprochen. Es war ein sehr gutes Gespräch, gefolgt von einer lebhaften Diskussion in dem bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungssaal. Einen Mitschnitt kann man sich hier anschauen.
Eingeleitet wurde der Abend mit einer kurzen Info von Lothar Reininger über den Stand der Versuche, den traditionsreichen Club Voltaire zu retten - obwohl das Haus, in dem er sich seit Jahrzehnten befindet, verkauft werden soll. Derzeit wird Geld gesammelt, um es notfalls selbst zu erwerben. Wer helfen kann, sollte es tun! Infos gibt es hier.
Rezension bei Lunapark 21
Schon vor drei Wochen ist bei Lunapark 21 eine sehr lesenswerte Rezension zu »Klassengesellschaft akut« erschienen, die ich leider erst jetzt gefunden habe: »Verbindende und trennende Interessen: Zur Stellung von Werktätigen in einer dynamischen Wirtschaft«
. André Geicke gibt darin einen ganz ungewöhnlich tiefen Einblick in die Argumentation des Buches und macht auch deutlich, an welchen Punkten aktuelle Diskussionen und Auseinandersetzungen anknüpfen können. Das hätte ich selbst kaum besser hinbekommen. Vielen Dank an den Autor - und viel Spaß beim Lesen!
Jacobin Talks: Gespräch mit Matthias Ubl
Vor ein paar Jahren war ich schon einmal bei Jacobin Talks zu Gast, um über das Buch »Verkannte Leistungsträger*innen« zu sprechen, das ich 2021 zusammen mit Oliver Nachtwey herausgegeben habe. Nun war es wieder soweit. Fast eine Stunde lang habe ich mit Matthias Ubl über »Klassengesellschaft akut« und darüber diskutiert, wie unter heutigen Bedingungen denn eigentlich so etwas wie Klassenbewusstsein entstehen kann. Wer Lust hat, sich das anzuhören, findet den Beitrag zum Beispiel bei YouTube, und zwar hier.
Erziehung und Wissenschaft:
Bericht über Buchvorstellung
Bei meinem Besuch beim Landesausschuss »Courage gegen rechts« der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen am 14. November 2025 hat die Vorstellung meines Buches eine sehr lebhafte Diskussion ausgelöst, zumal auch Kolleginnen und Kolleginnen aus anderen Teilen der Arbeitswelt und anderen Gewerkschaften mit dabei waren. Burkhard Jäger hat nun einen sehr lesenswerten Artikel zu der Veranstaltung geschrieben, der gerade in der Ausgabe 1/2026 der Zeitung »Erziehung und Wissenschaft« erschienen ist. Ganz herzlichen Dank an Burkhard – und viel Spaß beim Lesen!
ND-Kolumne und Veranstaltung in Göttingen:
Wem gehört die Zeit?
Meine Februar-Kolumne widmet sich dem Thema Arbeitszeit, denn die Angriffe auf den Acht-Stunden-Tag nehmen Fahrt auf, die altväterlichen Ermahnungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, »wir« müssten die Ärmel hochkrempeln und endlich wieder länger und effizienter arbeiten, lassen nicht mach, und die Forderung des CDU-Wirtschaftsrates nach einer Abkehr von »Lifestyle-Teilzeit« hat selbst in konservativen Kreisen Empörung ausgelöst. Es ist damit zu rechnen, dass der Kampf um Zeit sich weiter zuspitzen wird, denn immerhin geht es hier ums Ganze: Arbeitszeit ist das wichtigste Maß für die »Freiheit von Lohnarbeit«. Die Kolumne findet sich hier.
Wer im Göttinger Raum lebt, kann am Donnerstag, den 12. Februar 2026 ab 18.30 Uhr bei der DGB-Podiumsdiskussion »Mit Macht für die Acht« in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz mit Politik, Unternehmensseite und mir darüber sprechen, wie es mit dem Acht-Stunden-Tag weitergehen soll. Infos und Anmeldung finden sich zum Beispiel hier.
Diese Woche: Diskussion mit Streikenden
Aktuell laufen die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst der Länder. Nachdem letzten Mittwoch an der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen sehr erfolgreich gestreikt worden ist, geht es Montag bis Mittwoch bei der Medizinischen Hochschule Hannover weiter. Am Montag Morgen, 9 Uhr, werde ich im Streiklokal mein Buch »Klassengesellschaft akut« vorstellen und bin schon sehr gespannt darauf, mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen darüber zu diskutieren!
Am Freitag bin ich dann bei der Streikuni der Universitätsmedizin Göttingen in der Musa im Einsatz, wo ich mit Beschäftigten über ihre Arbeitserfahrungen und den Arbeitskampf sprechen werde. Los geht es ebenfalls um 9 Uhr.
Es ist eine Freude und (auch wenn es etwas abgedroschen klingen sollte) tatsächlich eine Ehre, als Arbeitssoziologin bei solchen Aktionen dabei zu sein!
Lutz Raphael zur Wühlarbeit des Marxschen Maulwurfs
Der Zeithistoriker Lutz Raphael hat in »Soziopolis« eine kritische Würdigung meines Buches veröffentlicht, über die ich mich aus verschiedenen Gründen freue. Zunächst einmal schätze ich die Arbeit von Lutz Raphael sehr, arbeite gern und oft mit seinen Texten und profitiere als Arbeitssoziologin, die aus der Geschichtswissenschaft kommt, direkt davon, dass er mit seinen Studien zu Arbeit »nach dem Boom« maßgeblich zur Annäherung von Zeitgeschichte und Soziologie beigetragen hat. Darüber hinaus freue ich mich darüber, dass in dieser Rezension nicht nur die Argumentation und Intention des Buches so treffsicher umrissen werden, sondern mir auch insgesamt Erfolge bei der »Wühlarbeit des Marxschen Maulwurfs unter der Oberfläche der deutschen Arbeitswelten« bescheinigt werden. Zu guter Letzt steigern die kritischen Anmerkungen (etwa zu den Potenzialen von Sozialstrukturanalyse, vor allem aber zu meinem »im Kern defensiven Programm sozialdemokratischer Klassenpolitik«) meine Vorfreude darauf, am 17. März 2026 im Karl-Marx-Haus in Trier endlich mal wieder persönlich mit Lutz Raphael zu diskutieren. Mit dem Kollegen lässt sich nämlich auch wunderbar streiten! Die Rezension findet sich hier.
Neue Buchbesprechungen:
Leipziger Zeitung und Standard
Das große Interesse an meinem Buch wirkt fort. In der »Leipziger Zeitung« ist eine sehr ausführliche Besprechung von Ralf Julke erschienen: »Warum der Neoliberalismus unsere Arbeitswelt zerstört hat und inzwischen die Demokratie bedroht«. Hier wird der Bogen gerade auch zur ostdeutschen Situation geschlagen – ganz herzlichen Dank dafür!
In der österreichischen Zeitung »Der Standard«, einem einflussreichen Publikationsorgan des konservativen Spektrums, hat Alexander Kluy das Buch unter der Überschrift »K wie Krise. Komplex und kritisch: Neue Bücher, von Kapitalismus bis Klassenkampf« in einer Sammelrezension diskutiert. Zu finden ist sie hier.